Hier werden die neuesten Bücher vorgestellt DAS LABYRINTH DER WÖRTER - MARIE-SABINE ROGER Germain sagt das, was er denkt, mit den Wörtern, die ihm zur Verfügung stehen. Und das sind nicht so viele, da er nicht der Schlauste ist. Germain, ein Hüne und etwas einfältig, lernt beim Tauben zählen im Park die kultivierte und feinsinnige alte Dame Margueritte kennen. Obwohl die beiden nicht unterschiedlicher sein könnten, freunden sie sich an. Bisher stand Germain nicht auf der Sonnenseite des Lebens, doch Margueritte bringt ihm die Anerkennung entgegen, die Germain noch nie erfahren durfte, sie begeistert ihn für die Welt der Bücher und verändert dadurch sein Leben.
Wenn man glaubt, das Buch ist lediglich eine nette Erzählung mit einem ungebildeten, einfachen Kerl als Hauptperson, der nicht einmal in der Lage ist, einen anständigen Satz zu bilden, ohne daß ein Haufen schmutziger Wörter darinsteckt, dann irrt man sich gewaltig. >Das Labyrinth der Wörter< hat viel mehr Tiefgang, als es vermuten läßt.
Es ist eine zarte Geschichte voller Menschlichkeit, Zuneigung und Gefühl erfrischend humorvoll erzählt. Eine Prise Nachdenkliches ist eingewebt, um die Lebensumstände von Germain zu erklären. Doch dieses ist niemals schwer, sondern erzeugt sprachliche Bilder vom Platz in der Gesellschaft und schließlich davon, dass man nur mit dem Herzen richtig sieht.
Der bodenständige Germain mit seinen frechen Aussagen, seiner nachvollziehbar klaren Denke und seiner sensiblen Seele wirkt ansteckend lebendig und liebenswert. (Eine meiner Lieblingsaussagen von ihm: "Überlegen hilft mir beim Denken.")
Fesselnd ist dieses Buch, das mit seiner herrlich direkten Sprache und den knappen, aussagekräftigen Kapiteln den Zeitgeist trifft. Und man stellt fest, dass es so oft im Leben ums Zuhören und die Wertschätzung geht.
>Das Labyrinth der Wörter< ist eine Geschichte, die zu Herzen geht. Aus meiner Sicht uneingeschränkt empfehlenswert für alle, die an die Macht der Worte glauben.
DER WELTENWANDERER - GREGOR SIEBÖCK Die Sehnsucht nach einem einfachen Leben und die Vision eines unweltbewussten Lebens führte den Wirtschaftler Gregor Sieböck zu Fuß in die Welt hinaus. Auf alten Pilgerwegen streifte er durch Europa, staunte über die einsame Weite Lateinamerikas und folgte im Hochland der Anden den Spuren der Inkas. Am Straßenrand der kalifornischen Highways erlebte er den Geschwindigkeitsrausch der Moderne und wanderte schließlich zu den verzauberten Tempelbergen Japans. Nach einer Schiffreise über den Pazifik begleiteten ihn Strapazen und Momente größten Glücks durch die Wildnis Neuseelands. Er hat dabei mehr gefunden, als er je erträumt hatte...
QUELLEN DES GLÜCKS - ALOIS KOTHGASSER Dieses vielseitige und doch kurzweilige Buch ist eine rundum gelungene Spurensuche nach dem Glück im Leben und beim Lesen. Erzählend geben die beiden Autoren - ein Erzbischof und ein Armut-Forscher - Einblicke und Einsichten aus ihrem eigenen Erleben, aber auch aus ihren zahlreichen Lesefrüchten, die sie von Anfang bis zum Ende ansprechend und anregend zur Sprache bringen. In persönlicher (aber nicht primitiver!) Weise zeigen sie in sieben Abschnitten, dass das 'Ja zum Leben' die entscheidende Basis für das Empfinden und Erleben von Glück ist. Dieses Ja fängt an mit der Bejahung der eigenen Kindheit und des Kindseins an sich. Zum Glück gehört aber auch die Reife einer Persönlichkeit, die sich nicht immer nur und stets als Opfer sieht, sondern dem Leben mit Zuneigung und Verantwortung begegnet. Damit steht das Buch im Kontra zu einer Kultur, in der junge Menschen nicht (mehr) erwachsen werden möchten und in der "ewigen Jugend" ihr Glück suchen. Zuletzt geht das Buch in äußerst behutsamer Sprach und doch klar der Frage nach, wieso das Abschiednehmen dem Glück nicht nur entgegen stehen muss. Bei den Antworten wird weder der christliche Background noch die philosophische Basis verschwiegen. Zum Glück ist dieses Buch durchweg heiter, amüsant und unterhaltend geschrieben und verschweigt an keiner Stelle den christlichen Glauben als tragfähiges Glück für das Leben!
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