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Literaturnobelpreisträger 2010 an Herta Müller
 

Literaturnobelpreis 2010 an Herta Müller

Am Donnerstag verkündigte der neue Chef der Schwedischen Akademie, Peter Englund, den Namen der diesjährigen Preisträgerin. Es ist die 56-jährige Berlinerin Herta Müller. Müller habe «mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit» gezeichnet», hieß es in der Würdigung. Die Auszeichnung ist mit zehn Millionen Kronen (1,09 Millionen Euro) dotiert. «Für Herta Müller, die aus ihrem eigenen Land fliehen musste, ist das Vergangene immer lebendig. Als ich ihre Bücher gelesen habe, hat mich das innerlich erschüttert». Das sagte am Donnerstag Peter Englund, Chef der schwedischen Nobelpreis- Akademie. Müller «schreibt völlig ehrlich, mit einer unglaublichen Intensität. Sie schreibt auch als jemand aus einer Minderheit, ohne Rücksicht auf sich selbst. Sie hat wirklich eine Geschichte zu erzählen. Und sie hat die sprachlichen Möglichkeiten dazu», lobte Englund die frischgebackene Literaturnobelpreisträgerin weiter.
Die in Rumänien geborene Müller hat schriftstellerisch vor allem ihre Erfahrungen mit dem System der rumänischen Ceausescu-Diktatur verarbeitet.

 

Werke:

  • Niederungen, Bukarest 1982, Berlin 1984
  • Drückender Tango, Bukarest 1984
  • Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt, Berlin 1986
  • Geschichten. in: Akzente (Zeitschrift) Dezember 1987, H. 6., S. 509 - 513 (Sechs Kurzgesch.)
  • Barfüßiger Februar, Berlin 1987
  • Reisende auf einem Bein, Berlin 1989
  • Wie Wahrnehmung sich erfindet, Paderborn 1990 (17 S.)
    • Der Teufel sitzt im Spiegel. Wie Wahrnehmung sich erfindet, Berlin 1991 (141 S. - Ihre Literaturtheorie)
  • Der Fuchs war damals schon der Jäger, Reinbek 1992
  • Eine warme Kartoffel ist ein warmes Bett, Hamburg 1992
  • Der Wächter nimmt seinen Kamm, Reinbek 1993
  • Angekommen wie nicht da, Lichtenfels 1994
  • Herztier, Reinbek bei Hamburg 1994
  • Hunger und Seide, Reinbek bei Hamburg 1995
  • In der Falle, Göttingen 1996
  • Heute wär ich mir lieber nicht begegnet, Reinbek bei Hamburg 1997
  • Der fremde Blick oder Das Leben ist ein Furz in der Laterne, Göttingen 1999
  • Im Haarknoten wohnt eine Dame, Reinbek bei Hamburg 2000
  • Heimat ist das, was gesprochen wird, Blieskastel 2001
  • Der König verneigt sich und tötet, München [u. a.] 2003
  • Die blassen Herren mit den Mokkatassen, München [u. a.] 2005
  • Este sau nu este Ion, Iaşi 2005
  • Der Blick der kleinen Bahnstationen, in: Horch und Guck, 18. Jahrgang, Heft 64, 2/2009
  • Atemschaukel, München [u. a.] 2009